Beikost bedeutet, dass Ihr Baby neben Muttermilch oder Säuglingsmilch nach und nach zusätzliche, meist breiige Nahrung bekommt. Stillen oder Flasche bleiben also weiterhin wichtig.
Am Anfang eignen sich einfache Gemüsebreie, später können nach und nach Fleisch, Fisch oder andere Lebensmittel eingeführt werden. Die Umstellung erfolgt langsam und Schritt für Schritt, damit sich Ihr Baby in Ruhe an neue Geschmäcker und Konsistenzen gewöhnen kann. Achten Sie auf die Signale Ihres Kindes und geben Sie ihm ausreichend Zeit – so wird die Beikosteinführung zu einem wichtigen, positiven Meilenstein.
Etwa um den 5. Monat herum ist es soweit: Der Speiseplan Ihres Babys wird abwechslungsreicher. Nach und nach ersetzen verschiedene Breie einzelne Milchmahlzeiten. Mit der Beikost macht Ihr kleiner Schatz einen wichtigen Schritt in Richtung Familienkost.
Nach dem ersten Lebenshalbjahr reicht die Milch oft nicht mehr aus, um den steigenden Energiebedarf Ihres Babys zu decken – egal ob es bisher nur Muttermilch, Babymilch oder eine Mischung bekommen hat. Mit zunehmender Aktivität verbraucht Ihr Baby mehr Energie und braucht zusätzlich feste Nahrung.
Ab etwa fünf Monaten ist der Kau-Schluck-Reflex so weit entwickelt, dass Ihr Baby die Schritte für das Essen von Brei sicher koordinieren kann. Auch Verdauung und Nieren sind bereit für die schrittweise Einführung fester Nahrung.
Ein Hinweis für Eltern: Wenn Sie beim Wiegen merken, dass Ihr Baby kaum noch zunimmt, ist das ein guter Zeitpunkt, um langsam Beikost einzuführen. So unterstützen Sie Ihr Kind optimal beim Übergang von Milch zu fester Nahrung.
Jetzt wird es bunt auf dem Teller: Zur Ernährung Ihres Babys gehören Obst, Gemüse und später auch Getreide und Fleisch, die als Breie in den Speiseplan aufgenommen werden. Am besten klappt der Start, wenn Sie die ersten Löffel Brei nach einer kleinen Milchmahlzeit anbieten. So ist Ihr Baby schon ein bisschen satt und weniger ungeduldig.
Für die Kleinen ist es eine echte Herausforderung, Löffel, Mund, Zunge und Schlucken gleichzeitig zu koordinieren. Meist dauert es ein bis zwei Wochen, bis das Essen vom Löffel richtig funktioniert.
Praktischer Tipp: Verwenden Sie spezielle Babylöffel, die flach und schmal sind. Und bitte: nicht zu viel Brei auf einmal auf den Löffel geben. Kleine Portionen machen es Ihrem Baby leichter, das Essen zu lernen und Spaß am Löffel zu entwickeln.
Für die ersten Versuche mit Beikost eignen sich einfacher Gemüsebrei, zum Beispiel aus Karotte, Kürbis, Pastinake, Zucchini oder Fenchel. Fast alle Babys vertragen diese Sorten sehr gut. Starten Sie mit ein paar Löffeln und steigern Sie die Menge nach und nach auf etwa ein halbes Gläschen.
Wenn die Eingewöhnung gut klappt, können Sie nach ein paar Tagen eine weitere Zutat hinzufügen, zum Beispiel Kartoffel. Kleine Schritte sind wichtig, damit sich der Körper Ihres Babys langsam an die neue Nahrung gewöhnen kann. So merken Sie auch sofort, wenn ein Obst oder Gemüse nicht gut vertragen wird, und können eine andere Sorte ausprobieren.
Wenn es mit den rein pflanzlichen Breien gut funktioniert, können Sie langsam fein püriertes, fettarmes Fleisch (z. B. Huhn, Rind, Kalb, Schwein) und ein- bis zweimal pro Woche fettreichen Fisch (z. B. Lachs) hinzufügen. Nach etwa vier bis fünf Wochen kann eine komplette Milchmahlzeit durch Brei ersetzt werden.
Jedes Kind hat sein eigenes Tempo – Übung macht den Meister. Sobald eine Milchmahlzeit erfolgreich ersetzt ist, folgt bald ein zweiter Brei, z. B. ein Obst-Milch-Brei am Nachmittag oder ein Getreide-Obst-Milch-Brei am Abend als letzte Mahlzeit vor dem Schlafengehen.
Ab etwa dem ersten Lebensjahr kann Ihr Baby dann nach und nach an die allgemeine Familienkost herangeführt werden.
Viele Eltern finden fertige Babygläschen praktisch. Sie sind einfach zu handhaben und man kann sich auf Frische, Hygiene und hohe Qualitätsstandards verlassen, die für industriell hergestellte Breie vorgeschrieben sind.
Achten Sie beim Kauf von Gläschen darauf, daß kein Industriezucker enthalten oder Fruchtzucker zugefügt ist.
Manche Eltern möchten jedoch lieber selbst für ihr Baby kochen. Gründe dafür sind der authentische Geschmack, die Freude am Einkaufen und Zubereiten frischer Zutaten oder die Sicherheit zu wissen, was genau im Brei enthalten ist.
Wenn Sie selbst kochen, sollten Sie ein paar Grundregeln beachten:
So können Sie sicherstellen, dass Ihr Baby leckere, gesunde Mahlzeiten bekommt – egal, ob aus dem Glas oder selbstgekocht.
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Honig: Babys dürfen erst ab dem 1. Geburtstag Honig essen. Vorher kann er Sporen des Botulinum-Bakteriums enthalten, die im Darm aktiv werden und ein gefährliches Toxin bilden. Das kann die Atemmuskulatur lähmen und ist lebensgefährlich. Nach dem ersten Geburtstag schützt die Magensäure zuverlässig vor einer solchen Vergiftung.
Rohes Obst, Gemüse und Nüsse: Kleine Kinder haben noch keine Backenzähne und zerkleinern manche rohe Lebensmittel nicht gut genug. Karottenstücke oder Nüsse können beim Verschlucken in die Luftröhre geraten und lebensgefährlich sein. Deshalb bitte keine rohen Karotten oder Nüsse zum Knabbern geben. Gekochte oder fein pürierte Varianten, wie zum Beispiel nusshaltige Brotaufstriche, sind dagegen unbedenklich.
Milchprodukte: Sie enthalten viel Eiweiß, das die Nieren stark belasten kann. Deshalb:
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Vereinbaren Sie persönlich unter der Telefonnummer 089 55213977 einen Termin.
Ihr Kinderarzt München | Dr. med. Anne Katrin Rothe
Kinderarzt München | Dr. med. Anne Katrin Rothe, Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Forschungsinstitut für Kinderernährung, Nationale Stillkommission, Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege.