Sonnenschutz & UV-Schutz für Kinder

Sonnenschutz von Anfang an – Schutz vor UV-Strahlung

Kinder verbringen viel Zeit im Freien und sind dabei der UV-Strahlung der Sonne besonders ausgesetzt. Ihre Haut ist deutlich empfindlicher als die von Erwachsenen, da sich der UV-Eigenschutz in den ersten Lebensjahren erst noch entwickeln muss. Ein Großteil der gesamten UV-Strahlung, die ein Mensch im Laufe seines Lebens aufnimmt, erfolgt bereits in der Kindheit. Zu viel UV-Strahlung kann die Haut nachhaltig schädigen, das Risiko für Hautkrebs erhöhen und kurzfristig zu Beschwerden wie Sonnenbrand oder Hitzereaktionen führen.

 

Auch wenn der Himmel bewölkt ist, erreicht ein großer Teil der UV-Strahlung die Haut – bis zu etwa 80 Prozent können durch die Wolken dringen. Deshalb ist Sonnenschutz nicht nur bei strahlendem Sonnenschein wichtig.

 

Zur besseren Orientierung hat die Weltgesundheitsorganisation den sogenannten UV-Index eingeführt. Dieser wird täglich zum Beispiel in Wetterberichten oder online veröffentlicht und zeigt an, wie stark die UV-Strahlung an einem bestimmten Tag ist:

  • UV-Index 0–2: In der Regel ist kein besonderer Sonnenschutz erforderlich.
  • Ab UV-Index 3: Schutzmaßnahmen wie Kleidung, Schatten und Sonnencreme werden zunehmend wichtig.
  • Je höher der Wert: desto konsequenter sollte der Schutz vor UV-Strahlung sein.
Kinder mit Sonnenhut laufen in Wiese.

Die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention empfiehlt daher:

  • Im ersten Lebensjahr: Babys sollten keiner direkten UV-Strahlung ausgesetzt werden.
  • Bis zum fünften Lebensjahr: Intensive Sonneneinstrahlung, insbesondere zwischen 11 und 15 Uhr, möglichst meiden.
  • Schatten: Kinder möglichst auf schattigen Plätzen spielen lassen.
  • Schützende Kleidung: Langärmelige T-Shirts oder Hemden, Kopfbedeckung wie Hut, Kappe, Tuch mit Schirm und Ohren- und Nackenschutz, sowie Schuhe, die den Fußrücken bedecken, schützen die Haut zusätzlich vor UV-Strahlung. Insbesondere auch beim Baden im Pool oder im Meer sollte geeignete UV-Schutzkleidung getragen werden.
  • Sonnencreme: Ab dem ersten Lebensjahr sollten spezielle Kinder-Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor (mindestens 30, besser 50+) verwendet werden. Im ersten Lebensjahr möglichst sparsam einsetzen bzw. Sonnenexsposition meiden, falls trotzdem erforderlich sollten mineralische Sonnencremes ohne Nanopartikel genutzt werden.

Wichtig: Chemische Sonnencreme schützt die Haut vor UV-Strahlung, wirkt aber nicht sofort. Tragen Sie sie daher etwa 20 bis 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne auf.


Tipps von Ihrer Dr. med. Anne Katrin Rothe

  • UV-Strahlung im Blick behalten: Auch an bewölkten Tagen wirkt UV-Strahlung auf die Haut ein.
  • Sonnenschutz im Winter: In den Wintermonaten ist die UV-Strahlung meist gering – Ausnahme sind Aufenthalte in den Bergen oder bei Schnee (starke Reflexion).
  • Geeignete Sonnencreme: Verwenden Sie Kinder-Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (mind. 30) zum Schutz vor UV-Strahlung.
  • Nach dem Baden: Nach Wasserkontakt erneut eincremen, da der UV-Schutz nachlässt.
  • Mehrfaches Eincremen: Verlängert nicht die Schutzzeit, sondern erhält den Schutz vor UV-Strahlung.
  • Rechtzeitig eincremen: Etwa 20–30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne auftragen, damit der Schutz vor UV-Strahlung vollständig wirksam ist.

Jeder Artikel dient der ersten Information, ersetzt aber nicht das persönliche Gespräch.

Haben Sie noch Fragen? Als Ihre Kinderärztin berate ich Sie und Ihr Kind gerne persönlich in meiner Praxis.

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Quellen:

Dr. med. Anne Katrin Rothe, Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, Weltgesundheitsorganisation